68. Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Osterholz e.V. im Hammeforum

Foto: Möller

Für jeweils 40-jährige Dienstzeit bei ihrer jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr überreichten Landrat Bernd Lütjen (links) und Kreisbrandmeister Jan Hinken (Dritter von rechts) Urkunden und Ehrennadeln an Heiko Ruthemeier, Jürgen Semken, Hermann Semken, Holger Suhling, Jürgen Stelljes, Walter Mickinn, Heiko Müller, Hinrich Siemers, Peter Wahls, Heiko Schriefer, Dirk Schriefer, Jan Christof Ahrens, Rainer Kock, Jochem Pieper, Jan Hinken, Jürgen Harwig und Uwe Harjes. Foto: Möller

Landkreis Osterholz

23 Feb, 2019

Feuerwehrverband

Alle 52 Ortsfeuerwehren müssen erhalten bleiben

Von Gerwin Möller

Über 200 Delegierte aus den 52 Ortsfeuerwehren im Landkreis Osterholz kamen Freitag zur Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Ritterhuder Hamme Forum zusammen. Auf der Tagesordnung standen auch Ehrungen.

Gegenseitige Unterstützung und kameradschaftlicher Zusammenhalt sind für Jan Hinken der „Kern des Zusammenhalts“ der Feuerwehren. Der Kreisbrandmeister begrüßte Freitag im Ritterhuder Hamme-Forum über 200 Brandschützer aus 52 Ortswehren zur Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes. Die Professionalität der Einsatzabteilungen sei ein großer Sicherheitsfaktor für die Bevölkerung, aber für die Feuerwehrleute zugleich auch ein Fluch. Denn: Es gäbe, besonders bei den Zugezogenen, die falsche Vorstellung, dass die Lebensretter in einer Berufsfeuerwehr organisiert seien.

„Nein, wir machen das alle nebenbei, es ist in gewisser Weise unser Hobby“, so Hinken. Im vergangenen Jahr seien die Rettungskräfte zu 1.000 Einsätzen alarmiert worden. „Rechnerisch sind das etwa drei Einsätze pro Tag“, so Hinken. Die Arbeit verteile sich unterschiedlich über kleinere und so genannte Schwerpunktwehren. Allein die Ortswehr der Kreisstadt trug die Last von 20 Prozent aller Einsätze. Aber es würden immer auch weitere Wehren mitalarmiert, „wir können auf keine Ortsfeuerwehr verzichten, denn wir müssen in allen Bereichen des Landkreises zur Stelle sein können.“

„Zusammenlegung von Wehren nur ein Gerücht“

Als „Rascheln im Busch“ bezeichnete Ritterhudes Bürgermeisterin Susanne Geils (SPD) die Sorge, dass der Bestand einzelner Ortswehren infrage gestellt werden könnte: Die Arbeit für die Freiwilligen Feuerwehren sei ein Ehrenamt, das besonders hervorzuheben sei. Gerüchte über mögliche Zusammenlegungen seien entstanden, als in Ihlpohl Probleme bei der Finanzierung des Neubaus eines Feuerwehrgerätehauses auftraten. „Wir haben unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, gestand Geils ein, die Gemeinde werde nun den nötigen Feuerwehrbedarsplan aufstellen.

Landrat Bernd Lütjen betonte in seinem Grußwort an die Versammlung , dass „alle 52 Ortswehren wichtig“ seien und würdigte den hohen Ausbildungsstand der Einsatzkräfte: „Durch Ihre professionelle Arbeit ist oft Schlimmeres verhindert worden.“

Nachwuchs kommt nicht alleine aus eigener Jugend

Kreisbrandmeister Hinken berichtete von der Arbeit einer Sturkturkommission für die Feuerwehrarbeit. Niedersachsenweit gebe es 3.300 freiwillige Feuerwehren, nur in einigen Städten insgesamt 13 Berufswehren. Er begrüßte das Wirken von Kinder- und Jugendfeuerwehren, verwies aber auch darauf, dass die Rekrutierung für die Einsatzkräfte nicht alleine über den eigenen Nachwuchs passieren könne, man benötige auch weitere Anwerbungen, auch unter Neubürgern.

Im Rahmen der Verbandsversammlung wurden auch Ehrungen vorgenommen, so für 50- und 60-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr. Zusätzlich wurden Ehrenzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bronze und in Silber vergeben.

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Für jeweils 50-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr ehrte Kreisbrandmeister Jan Hinken (Zweiter von rechts) Bernhard Wendelken, Horst Wendelken, Manfred Siemers, Friedrich Siemers, Herbert Friedrichs, Horst Hannemann, Wilfried Klinder, Willi Pofahl, Wolfgang Bolte und Nicolaus Bullwinkel (v.l.). Foto: Möller

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Für jeweils 60-jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr ehrte Kreisbrandmeister Jan Hinken (Dritter von rechts) Thomas Friedhoff, Heinz Ludwig Blome, Hinrich Holljes, Henry Gartelmann, Gerhard Ahrnken, Günter Hinrich Poppe, Lüer Dieter Schlüter, Jan Hinken, Hinrich Meyer und Hermann Schulze (v.l.). Foto: Möller

Foto: Möller

Thomas Friedhoff, Regierungsbrandmeister und Mitglied im Vorstand des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen (links), und Kreisbrandmeister Jan Hinken (Dritter von links) zeichneten Jens Blendermann aus Ritterhude und Sicco Brons aus Ihlpohl mit dem Ehrenzeichen in Bronze und Timo Kück, Lars van den Hoogen aus Lilienthal sowie Kai Garbade aus Worphausen (von links) mit dem Ehrenzeichen in Silber aus. Foto: Möller

Text und Fotos: Hamme-/Wümme-Report

Das „tägliche Klein-Klein“ bei der Feuerwehr

Im Januar hat es bei den Ritterhude Feuerwehren diverse kleinere Einsätze gegeben:

Neben zwei Fehlalarmen von Brandmeldeanlagen hatte es drei Türnotöffnungen für den Rettungsdienst mit anschließender Tragehilfe gegeben. Außerdem waren eine Ölspur in Ritterhude und ein Kleinbrand in einem Industriebetrieb in Ihlpohl abzuarbeiten, der Kleinbrand wurde von den Mitarbeitern schon selbst gelöscht.

Ölspur

Am Montag, den 31. Dezember 2018 wurde die Ortsfeuerwehr Lesumstotel-Werschenrege, gemeinsam mit der Feuerwehr Scharmbeckstotel, zur Beseitigung einer Ölspur alarmiert.

Gegen 03:41 Uhr meldete die Leitstelle Bremerhaven eine Ölspur im Bereich Ecke Werschenreger Straße / Stoteler Waldstraße. Zusammen mit der Feuerwehr Scharmbeckstotel haben wir die ca. 60 Meter lange Ölspur abgestreut. Die Suche nach weiteren Ölspuren in dem Gebiet blieb ergebnislos.

Einsätze in Platjenwerbe

In der Silvesternacht wurde die Ortsfeuerwehr Platjenwerbe um 03:41 Uhr zu einen Kleinbrand  „Brennt Restfeuerwerk unter Carport“ gerufen. Als die Fahrzeuge auf Anfahrt waren, wurde der Alarm aufgehoben. Ein Nachbar hatte das Feuer mit einem Eimer Wasser gelöscht. Die Feuerwehr kam nicht zum Einsatz.

Foto Feuerwehr

Foto Feuerwehr

Am 02.01.19 wurden die Ortsfeuerwehren Platjenwerbe und Ihlpohl von der Polizei zu einer Hilfeleistung gerufen. Das Einsatzstichwort „Baum auf Straße“ wurde von der Leitstelle ausgegeben. Als die Einsatzkräfte um 02:00 Uhr im Föhrenweg angekommen waren, stellte sich folgende Lage: Eine größere Tanne war umgestürzt und versperrte die Hofeinfahrt und ragte bis weit in den Föhrenweg. Die Durchfahrt war versperrt. Mit zwei Trupps mit Motorsägen wurden die Straße und der Zugang zum Wohnhaus freigeschnitten. Der Einsatz war nach 50 Minuten beendet. Verletzt wurde niemand.

Unterstützung auf der Lürssen Werft

Am 15.09.2018 wurden wir zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr Bremen zum Schiffsbrand auf der Lürssen Werft gerufen. Aufgrund einer Anforderung des Regierungsbrandmeisters wurden mehrere Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Osterholz alarmiert. Es wurde ein Schichtbetrieb eingerichtet. Die Freiwillige Feuerwehr Ritterhude sollte die Freiwillige Feuerwehr Schwanewede ablösen. So rückten wir mit 37 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen aus allen fünf Ortsfeuerwehren gegen 09:30 Uhr zur Werft aus. Unser Auftrag war 20 Atemschutzgeräteträger zuzüglich Funktionspersonal für den Innenangriff auf dem Schiff zustellen.

Auf der Werft hatte sich die Lage schon etwas entspannt. Von unseren 20 Atemschutzgeräterträgern wurden letztlich nur drei eingesetzt. Unsere Ablösung aus der Gemeinde Hambergen kam pünktlich und wir haben die Einsatzstelle um 17:30 Uhr wieder verlassen.

Schwelbrand in Tischlerei

Am 04.09.2018 um 07:08 Uhr wurden die Ortsfeuerwehren Ihlpohl, Ritterhude und Stendorf zu einem Schwelbrand in einer Tischlerei in der Max-Plank-Str. in Ihlpohl gerufen.

Feuerwehr

Die zuerst eintreffenden Einsatzkräfte stellten einen Brand in einer Spänepresse fest. Vom Einsatzleiter OrtsBM Thomas Becker wurde ein Trupp unter Atemschutz eingesetzt. Um den Wasserschaden möglichst gering zur halten wurden Kleinlöschgeräte (z.B. Handfeuerlöscher und Kübelspritze) eingesetzt. Um 07:58 Uhr war das Feuer unter Kontrolle und um 08:37 Uhr waren auch die Nachlöscharbeiten  abgeschlossen. Außer dem Raum der Spänepresse blieben die Betriebsräume der Tischlerei unversehrt. Eingesetzt waren neben der Feuerwehr auch die Polizei und der Rettungsdienst. Verletzte gab es bei dem Einsatz nicht.

Kohlenstoffmonoxid in Wohnhaus

Am 26.08.2018 wurden die Ortsfeuerwehren Ihlpohl, Platjenwerbe und Ritterhude um 16:23 Uhr zu einem Einsatz in die Seefahrerstraße in Platjenwerbe gerufen. Die Hausbewohner hatten einen CO Alarm auf ihrem privaten CO-Warner im Keller bemerkt.
Die als erstes eingetroffenen Einsatzkräfte gingen mit einem Trupp unter Atemschutz mit einem Messgerät in den Keller vor. Es wurde ein starker CO Gehalt gemessen. Als Ursache wurde eine neu installierte Fotovoltaikanlage erkannt, deren Batterien im Keller verbaut waren. Die Anlage wurde außer Betrieb genommen und der Keller wurde mittels eines elektrischen Druck-Belüftens belüftet.
Abschließende Messungen ergaben keine Gefährdung mehr. Der Einsatz war um 19:00 Uhr beendet. Verletzt wurde niemand.
Eingesetzt waren die Ortsfeuerwehren Ritterhude, Platjenwerbe und Ihlpohl mit insgesamt 40 Einsatzkräften. Einen elektrischen Lüfter stellte die Ortsfeuerwehr Osterholz-Scharmbeck. Unterstützt wurden wir vom Rettungsdienst und der Polizei.

Verkehrsunfall

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurden die Ortsfeuerwehren Ihlpohl und Ritterhude gegen 0 Uhr zu einem Verkehrsunfall alarmiert. Bei Eintreffen war der Fahrer bereits aus dem Unfallfahrzeug befreit und durch den Rettungsdienst versorgt. Die Einsatzstelle wurde an die Polizei und die Kreisstraßenmeisterei übergeben.

Dazu der Pressebericht der Polizei Verde/Osterholz

Autofahrer verliert die Kontrolle und erleidet schwere Verletzungen Ritterhude. Beim Befahren der Bundesstraße 74 ist ein 31-jähriger Autofahrer am Dienstagabend schwer verunglückt. Ausgangs einer Rechtskurve in der Straße „Hüderbeek“ verlor er die Kontrolle über seinen VW-Golf, rutschte damit von Straße und prallte im Seitenraum gegen einen Baum. Dabei zog sich der 31-Jähirge so schwere Verletzungen zu, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Am Pkw entstand Totalschaden.

PKW Brand

Am Dienstag Abend wurde die Ortsfeuerwehr Ihlpohl zu einem PKW Brand auf die Bundesautobahn 27 in Fahrtrichtung Bremen gerufen. Auf Anfahrt war ersichtlich, dass der PKW bereits in voller Ausdehnung brannte. Nach dem Eintreffen des ersten Fahrzeuges wurde ein Löschangriff unter schwerem Atemschutz durchgeführt. Neben dem Brand des Fahrzeuges kam es außerdem zu einem Vegetationsbrand, welcher aufgrund einer defekten Kraftstoffleitung verursacht wurde. Die massive Brandausbreitung konnte mit einem Schaumlöschangriff bekämpft werden. Parallel wurde die Ortsfeuerwehr Ritterhude mit einem Tanklöschfahrzeug alarmiert, um genügend Löschmittel auf der Bundesautobahn vorzuhalten.

Arbeitsunfall fordert Todesopfer

Die Ortsfeuerwehren Ihlpohl und Ritterhude wurden als First Responder bei einem Arbeitsunfall angefordert. Im Einsatz waren unter anderem der Rettungshubschrauber Christoph 6, der Rettungsdienst Osterholz sowie der Rettungsdienst Bremen.

Dazu die Pressemitteilung der Polizei:

Bei einem Arbeitsunfall im Industriegebiet Max-Planck-Straße ist ein 53-jähriger Mann am Dienstagmittag tödlich verunglückt. Er befand sich im Arbeitskorb eines sogenannten Steigers, den er auf die Ladefläche eines Lkw steuern wollte. Dabei löste sich jedoch die Auffahrrampe, so dass der Steiger kippte und der 53-Jährige im Arbeitskorb mehrfach hin- und her geschleudert wurde. Er erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, dass er noch an der Unglücksstelle verstarb. Der Kriminal- und Ermittlungsdienst der Polizei in Osterholz-Scharmbeck hat die Ermittlungen aufgenommen.

Text: Polizeiinspektion Verden / Osterholz