Pressemitteilung der Polizei

Explosion in Ritterhude – Firmenmitarbeiter verstorben

In der vergangenen Nacht ist der 60jährige Mitarbeiter der Firma Organo Fluid aus Ritterhude seinen schweren Verletzungen in der Medizinischen Hochschule in Hannover erlegen.

Die Ermittlungen zur Brandursache, zum Abtransport der noch vorhandenen Flüssigkeiten und Stoffe und der damit verbundene Rückbau
des Firmengebäudes und die Aufräumungsarbeiten an der Unglückstelle dauern an.

Alle beteiligten Behörden, die Betreiberfirma und Entsorgungsbetriebe arbeiten seit dem Unglück mit Hochdruck daran, die noch bestehenden latenten Gefahren für Menschen und Umwelt zu beseitigen.

Fast täglich sitzen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Ritterhude, des Landkreises Osterholz, des Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven, dem Polizeikommissariat Osterholz, der Berufsgenossenschaft, der Firma Organo Fluid und Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe zusammen, um das weitere Vorgehen zu strukturieren und die noch vorhandenen brennbaren Flüssigkeiten und Stoffe sachgerecht zu bergen, abzutransportieren und zu entsorgen.

Dabei ist höchste Priorität die Sicherheit der Bevölkerung, insbesondere auch die Sicherheit der dabei tätigen Menschen. Jeder einzelne Schritt zum Rückbau des Gebäudes, aber auch zur Entsorgung aller Stoffe erfolgt im engen Kontakt der ermittelnden Beamtinnen und Beamten der gemeinsamen Ermittlergruppe der Polizeiinspektion Verden/Osterholz aus Verden und Osterholz-Scharmbeck. Weiterhin sind Fachleute vom Landeskriminalamt und aus der Polizeidirektion Oldenburg beteiligt. Die Staatsanwaltschaft Verden/Aller führt das Verfahren zur Ermittlung dieser Explosions- und Brandursache.

Der Unglücksort ist komplett beschlagnahmt. Ein Bauzaun umschließt das Areal. Ein Sicherheitsdienst und Mitarbeiter der Firma Organo Fluid patrouillieren auf dem Gelände. Abtransporte werden Zug um Zug,nach Rücksprache mit den polizeilichen Ermittlern genehmigt. Es erfolgen ständig Beprobungen und die fotografische Dokumentation. Dies dient der Sicherung im Beweisverfahren. Dabei geht Gefahrenabwehr vor Strafverfolgung.

Die Ermittlungen zur Explosion und Brandursache sind kompliziert. Ergebnisse werden entgegen ersten Bekundungen voraussichtlich erst in mehreren Monaten bekannt gegeben werden können. Die Polizei hatte sich an alle Geschädigten im näheren und weiteren Umkreis gewandt. Die bis jetzt festgestellten Schäden wurden fotografiert und dokumentiert. Sollten darüber hinaus noch Sachschäden festgestellt werden, bittet die Polizei die Geschädigten sich an die Polizeistation in Ritterhude oder an das Polizeikommissariat in Osterholz zu wenden.

Weiterhin gilt die Aufmerksamkeit aller Einflüsse dieser Explosion, des Brandes und den damit im Zusammenhang entstandenen Emissionen. Das kontaminierte Löschwasser wurde im Firmengebäude aufgefangen und ist zum größten Teil bereits abgesaugt und entsorgt.

Löschwasser in den Teichen bei der Firma Bergolin wird analysiert. Weiterhin werden Bodenproben in den Bereichen entnommen, wo sich Flüssigkeiten in der Nacht verbreitet hatten. Dabei werden alle stehenden und fließenden Gewässer im weiteren Bereich und auch die Kanalisation in Ritterhude in die Beprobungen genommen. Landwirtschaftlich genutzte weitere Flächen werden vom Landvolk erfasst; Bodenproben veranlasst und analysiert.

Die Kommunikation mit der „unteren und oberen Wasserbehörde“ in Bremen erfolgt uneingeschränkt.

Polizeiinspektion Verden / Osterholz
PHK Marcus Neumann

Explosion Ritterhude Medienberichte

Gesammelte Medienberichte und Videos über die Explosion der Firma Organo Fluid in Ritterhude am 09.09.2014

Chemiefabrik explodiert in Ritterhuder Wohngebiet

Explosion Ritterhude – Videobericht NonstopNews

Löscharbeiten nach Explosion in Ritterhude bei Bremen

09.09.2014 Explosion in Chemiefabrik Ritterhude Teil 2

Interviews

Durch die Einsatzleiter der Feuerwehr und Polizei wurden viele Interviews an die Presse gegeben. Der Einsatzleitwagen 2 des Landkreis Osterholz war dabei der zentrale Anlaufpunkt für Reporter, Presse und natürlich die betroffenen Anwohner.

Explosion in Bremen ( Ritterhude )

Luftaufnahmen der Einsatzstelle

Nach dem das Feuer gelöscht war, wurden auch einige Luftaufnahmen der Einsatzstelle in Ritterhude erstellt. Hier wird die Wucht der Explosion der Chemiefirma besonders deutlich. Trümmerteile sind noch in hunderten Metern zum Explosionsort zu finden, teilweise in mehreren Metern höhe auf Dächern und in Bäumen. Einige Dächer von Häusern sind abgedeckt und viele Fenster sind komplett aus dem Mauerwerk gerissen.

Zwei Tage nach der Explosion in Ritterhude – Überflug

Explosion in Ritterhude aufnahmen von der Drohne

Aufräumarbeiten nach der Explosion

Am nächsten Tag, es waren noch nicht alle Einsatzkräfte abgezogen, wurde sofort mit den ersten Sicherungsmaßnahmen und Aufräumarbeiten begonnen. Dachdeckerfirmen, Tischlereien und Gerüstbauer aus Ritterhude und der ganzen Umgebung eilten nach Ritterhude um erste Schäden notdürftig zu sichern und weitere zu verhindern.

16.09.2014 Eine Woche Nach der Explosion in Ritterhude

In der Themenbox sind weitere Einsatzberichte, Pressemitteilungen und Informationen zu der Explosion in Ritterhude aufgelistet.

Spendenkonto – Explosion in Ritterhude

Die Gemeinde Ritterhude hat ein Spendenkonto für die Geschädigten der Explosion in Ritterhude eingerichtet. Das Spendenkonto wird von der Gemeinde Ritterhude verwaltet. Die Gelder werden den Geschädigten zufließen und sollen für Instandhaltungs- oder Wiederaufbaumaßnahmen verwendet werden, die nicht versicherungsfähig sind. Weiterhin werden die Spendengelder eingesetzt, um den schwerverletzten Arbeiter und seine Familie zu unterstützen.

Spendenkonto

Stichwort: „Explosion Ritterhude“
Inhaber: Gemeinde Ritterhude
Kontonummer DE53 2915 2300 1410 1664 31
BIC BRLADE21OHZ
Kreissparkasse Ritterhude

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.ritterhude.de/

Explosion Chemiefabrik

Ritterhude, den 09. September 2014
Durch einen lauten Knall und eine starke Druckwelle waren bereits die meisten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ritterhude alarmiert und machten sich auf den Weg zum Feuerwehrhaus Ritterhude. Kurze Zeit später heulten die Sirenen und die Funkmeldeempfänger piepten.
Von der Leitstelle Bremerhaven wurde ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmiert. Herkunft des Knalls war die Chemiefabrik Organo-Fluid in der Kiepelbergstraße. Dort fand eine große Explosion in einem mit einer flüssigen Chemikalie gefüllten Tank statt. Ein Mitarbeiter der gerade auf dem Weg zur Firma war wurde schwerst Verletzt. Mehrere Anwohner wurden durch umherfliegende Trümmerteile verletzt. Die Häuser in der Umgebung der Firma wurden durch die Druckwelle der Expolsion sehr stark Beschädigt.
Zeitweise waren mehr als 300 Kräfte im Einsatz, darunter Feuerwehren aus dem Landkreis Osterholz, Berufs und Freiwillige Feuerwehren aus Bremen, der Rettungsdienst, das THW, die Polizei, ein Rettungshubschrauber und viele weitere.
Die Kräfte der Feuerwehr Ritterhude waren teilweise ca. 24 Stunden im Einsatz und mehr als 40 Stunden auf den Beinen.

Einsatz: Wasserrettung

Heute Morgen wurden wir zu einer Wasserrettung alarmiert. Die Polizei meldete eine Person die in der Hamme trieb.  Aus diesem Grund alarmierte die Leitstelle Bremerhaven mehrere Rettungseinheiten, unteranderem die DLRG, einen Rettungshubschrauber (RTH), den Notarzt aus Osterholz, den Rettungswagen, die FFW Ihlpohl und die FFW Ritterhude mit dem Rettungsboot.

Beim Eintreffen war die Person durch die Strömung in Ufernähe getrieben und durch die Kräfte der FFW Ritterhude schnell geborgen. Von dem anwesenden Notarzt konnte leider nur noch der Tod festgestellt werden.

Ölspur und BMA

Am Samstag Abend, kurz vor der typischen Abendbrotzeit, wurden die Freiwillige Feuerwehr Schwanewede und Ritterhude zu einem Einsatz alarmiert. Auf der Bundesautobahn 27 hatte ein PKW Betriebsstoffe verloren. Die Feuerwehren wurden alarmiert um den nachfolgenden Verkehr zu sichern und die Betriebsstoffe umweltgerecht aufzunehmen.

Auf der Anfahrt zum ersten Einsatzort wurde die Freiwillige Feuerwehr Ritterhude jedoch zu einem anderen Einsatz gerufen. Die FFW Schwanewede übernahm alleine den Einsatz auf der Autobahn und die FFW Ritterhude fuhr den neuen Einsatzort an. Dort war bei einem Industriebetrieb die Brandmeldeanlage (BMA) ausgelöst.

Kurze Zeit später, nach Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm aufgrund von hohen Raumtemperaturen handelte.

In der Sommerzeit können, bedingt durch die hohen Außentemperaturen, Fehlalarme schneller entstehen.

Nach dem die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ritterhude abgerückt waren und im Feuerwehrhaus eintrafen, wurden sie erneut zu dem gleichen Industriebetrieb alarmiert. Wieder hatte die Brandmeldeanlage aufgrund der hohen Raumtemperatur ausgelöst. Die Feuerwehr muss jedes mal nach auslösen einer Brandmeldeanlage den Einsatzort mit „Alarm“ anfahren, da erst vor Ort durch die Feuerwehr ein wirkliches Feuer ausgeschlossen werden kann.

Auch wenn bei Betrieben die Brandmeldeanlage  öfters falsch Auslöst, verhält sich die Feuerwehr als würde ein wirkliches Feuer brennen. Jedes mal rüsten sich die Einsatzkräfte auf der Anfahrt im Fahrzeug mit schwerem Atemschutz aus und die Maschinisten fahren unter höchster Konzentration und Sorgfalt mit Blaulicht und Folgetonhorn zum Einsatzort. Egal ob um 4:00 Uhr Nachts oder 12 Uhr Mittags!

Einsatz: Bahn

Heute (05.08.2014) gegen 23.06 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren Ihlpohl und Ritterhude zu einem Einsatz am Bahnübergang Eickhof alarmiert. Die Polizei hatte eine Meldung der Deutschen Bahn Nordwest Bahn erhalten, eine Person sei von einem Zug erfasst worden. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Bremen, der Polizei und der Bundespolizei wurde das Bahngleis nach der Person abgesucht um diese zu retten. Unteranderem wurde ein Polizeihubschrauber und Suchhunde der Polizei eingesetzt. Nachdem die Suche im Bereich Ritterhude negativ verlief, beendeten die Kräfte der FFW Ritterhude den Einsatz.

Update (06.08.2014):

Mittlerweile wird nicht mehr davon ausgegangen, dass es sich um eine Person handelte, da auch an dem Zug keine Spuren für einen Aufprall oder Unfall gefunden worden.

Weitere Informationen:
Weser Kurier

Nottüröffnung und Verkehrsunfall

Heute (26. Juli 2014) wurde die Freiwillige Feuerwehr Ritterhude zu zwei Einsätzen gerufen. Um 10:39 Uhr alarmierte die Leitstelle Bremerhaven die Freiwilligen Feuerwehren Platjenwerbe, Ihlpohl und Ritterhude zu einer Nottüröffnung für den Rettungsdienst.

Auf der Rückfahrt vom ersten Einsatz wurden wir zu einem Verkehrsunfall gerufen. Da das Tanklöschfahrzeug gerade in der Nähe war, fuhr dieses direkt zum Einsatzort. Ein PKW war von der Straße abgekommen und hatte dann einen massiven Stahlzaun durchschlagen. Hier unterstützten wir den Rettungsdienst bei der Rettung der PKW-Fahrerin und nahmen anschließend ausgelaufene Betriebsstoffe wie Getriebeöl und Kraftstoff auf, um die Umwelt zu schützen.

Bericht bei NonstopNews

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Verden / Osterholz

Schwerer Verkehrsunfall. Ritterhude. Eine 85 Jahre alte Vekehrsteilnehmerin verursachte am Samstagvormittag einen schweren Verkehrsunfall auf der Riessstraße in Ritterhude. Beim Ausfahren vom Parkplatz eines dortigen Verbrauchermarktes auf die Riesstraße, gab sie aus unbekannten Gründen plötzlich Vollgas und fuhr geradeaus. Sie kollidierte anschließend mit einer 64-jährigen Radfahrerin, überquerte die Fahrbahn, den gegenüberliegenden Gehweg und durchbrach einen Zaun und kam auf dem dortigen Grundstück zum Stillstand. Die Radfahrerin wurde leicht verletzt. Die Verursacherin zog sich durch den Unfall schwere Verletzungen zu und musste in ein Krankenhaus verbracht werden.